Putterschaft: Warum zehn Schäfte in einem Kopf mehr zeigen als jeder Test | PMG
Schaftwand im PMG Performance Fitting Center in Frankfurt
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Zehn Schäfte, ein Kopf: Was der Putterschaft wirklich ändert

Beim Putter-Fitting wird über Kopfform, Länge, Lie und Loft gesprochen. Über den Schaft fast nie. Dabei ist er das einzige Teil, das deine Hände mit der Schlagfläche verbindet.

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Zehn baugleiche Putterköpfe, zehn verschiedene Schäfte, ein Setup. Du wechselst den Putter, nicht den Schaft – und SAM PuttLab zeigt, welcher deinen Stroke stabilisiert.

Wer sich einen neuen Putter aussucht, vergleicht Köpfe. Blade oder Mallet, Toe Hang oder face-balanced, Zero Torque oder nicht. Dann geht es um die Länge, vielleicht noch um den Griff. Der Schaft ist dabei einfach das, was im Kopf steckt. Ein Stahlrohr, denkt man, mehr nicht.

Bei Driver und Eisen würde niemand so denken. Dort ist der Schaft seit Jahren das Bauteil, über das am meisten gesprochen wird. Beim Putter wird er übersprungen, obwohl der Putter der Schläger ist, den du auf einer Runde am häufigsten in der Hand hast.

Wir haben das eine Weile hingenommen. Dann haben wir ein Lab gebaut, das die Frage beantwortet, statt sie zu umgehen.

Warum der Schaft im Putter unterschätzt wird

Der Putt ist eine langsame Bewegung. Deshalb liegt der Gedanke nahe, dass der Schaft dabei nichts tut. Er biegt sich ja kaum.

Genau das ist der Irrtum. Ein Putterschaft muss sich nicht sichtbar biegen, um etwas zu verändern. Er bestimmt, wie der Kopf auf deine Hände reagiert: wie schnell er dem Impuls folgt, wie stabil die Schlagfläche im Treffmoment bleibt und was von diesem Treffmoment als Rückmeldung bei dir ankommt. Ein Schaft mit hoher Torsionssteifigkeit hält die Schlagfläche bei einem außermittigen Treffer ruhiger. Ein gedämpfter Graphitschaft fühlt sich weicher an und verändert damit auch dein Tempo, ohne dass du das bewusst entscheidest.

Das Problem beim Vergleichen war bisher ein anderes. Wenn du zwei Putter mit verschiedenen Schäften in die Hand nimmst, hast du fast immer auch zwei verschiedene Köpfe, zwei Gewichte, zwei Griffe. Was davon den Unterschied macht, weiß niemand. Und wer den Schaft im selben Kopf tauscht, verliert den direkten Vergleich: Der Wechsel dauert lange genug, dass dein Gefühl für den ersten Schaft weg ist, bevor der zweite eingebaut ist.

Das 10-Schaft-Lab

Unsere Lösung ist mechanisch einfach und im Aufbau aufwendig. Im Putt-Studio stehen zehn Toulon Monaco H1. Jeder Kopf ist identisch aufgebaut: gleiche Länge, gleicher Lie, gleicher Loft, gleicher Griff, gleiches Gewicht. Der einzige Unterschied ist der Schaft.

Die zehn Schäfte kommen von KBS, Fujikura, Mitsubishi, Accra und TPT. Die Spanne reicht vom KBS CT Tour, einem klassischen Stahlschaft, bis zum TPT Pulse in drei Varianten, einem Carbonschaft am oberen Ende dessen, was es für Putter gibt. Dazwischen liegen Graphitprofile, die sich in Gewicht, Steifigkeit und Dämpfung deutlich unterscheiden.

Der Punkt ist: Du tauschst nicht den Schaft, du tauschst den Putter. Zehn Putts mit dem einen, zehn mit dem nächsten, und der Vergleich liegt zwischen zwei Schlägen, nicht zwischen zwei Werkstattgängen. Was sich anders anfühlt, kommt vom Schaft. Es gibt keine andere Erklärung, weil es keine andere Variable gibt.

Ein Aufbau, den wir in Europa kein zweites Mal kennen.

Gefühl ist der Anfang, nicht das Ergebnis

Dass sich ein Schaft besser anfühlt, ist eine wichtige Information. Es ist aber nicht die Entscheidung.

Jeder Putt im Lab läuft über SAM PuttLab. Das System erfasst 28 Parameter deines Strokes. Für den Schaftvergleich sind drei davon entscheidend: die Konstanz deines Tempos über eine Serie von Putts, die Rotation der Schlagfläche im Treffmoment und die Streuung der Ergebnisse. Ein Schaft, der sich gut anfühlt, aber die Face Rotation vergrößert, ist der falsche. Einer, der sich ungewohnt anfühlt und die Streuung halbiert, verdient einen zweiten Blick.

Meistens decken sich Gefühl und Daten. Manchmal nicht. Und diese Fälle sind die, für die das Lab gebaut ist.

Wir sehen dabei auch, wenn ein teurer Schaft bei einem Spieler nichts bringt. Dann sagen wir das. Ein Schaft, der deutlich mehr kostet und dieselben Zahlen liefert wie der Stahlschaft, ist keine Empfehlung, sondern eine Rechnung.

Warum die Köpfe von Toulon sind

Das Lab ist für den Toulon Flagship Store entstanden, und der Monaco H1 war die naheliegende Wahl: ein Kopf, den wir in jeder Variante vorhalten und in der eigenen Werkstatt aufbauen.

Für dich als Spieler ist die Marke des Testkopfs aber zweitrangig. Ein Schaft, der deinen Stroke im Monaco H1 stabilisiert, tut das auch in einem Scotty Cameron, einem Odyssey oder einem Bettinardi. Die Mechanik zwischen Händen, Schaft und Schlagfläche ändert sich nicht mit dem Logo auf der Sohle. Deshalb ist das Schaft-Fitting nicht an einen Toulon-Kauf gebunden. Du kannst mit deinem eigenen Putter kommen und am Ende nur den Schaft tauschen lassen.

Für wen sich das lohnt

Nicht für jeden. Wer mit seinem Putter zufrieden ist und die Distanzen trifft, braucht keinen neuen Schaft, nur weil es ihn gibt.

Interessant wird es bei drei Mustern. Erstens, wenn dein Tempo schwankt: mal kurz, mal lang, ohne dass du am Stroke etwas geändert hast. Zweitens, wenn die Schlagfläche im Treffmoment mehr arbeitet, als dein Stroke erklärt, also Putts links und rechts vorbeigehen, obwohl die Linie stimmt. Drittens, wenn du schon mehrere Köpfe probiert hast und keiner den Unterschied gebracht hat, den du gesucht hast. In dem Fall lag es vielleicht nie am Kopf.

Auch für Spieler, die einen Zero-Torque-Putter in Erwägung ziehen, ist der Schaft ein Thema. Ein Teil dessen, was diese Putter versprechen, nämlich eine ruhige Schlagfläche, lässt sich mit dem richtigen Schaft auch in einem konventionellen Kopf erreichen.

So läuft es ab

Das Schaft-Fitting ist ein Zusatz zum Putter-Fitting: 30 Minuten, 60 Euro, buchbar zu jedem Putter-Fitting-Termin oder zum Paket Putter-Fitting & Coaching. Erst wird dein Stroke gemessen und der Kopf gefittet, dann gehen wir durch die zehn Schäfte. Wer nur den Schaft klären will, sagt das im Vorgespräch; dann bauen wir den Termin darum herum.

Das Ergebnis ist eine Kombination aus Kopf, Schaft, Länge, Lie, Loft und Griff, und die Werkstatt baut sie auf. Bei einem Toulon dauert das etwa zwei Wochen. Bei einem Schaftwechsel im eigenen Putter geht es schneller.

Ob du danach einen neuen Putter, einen neuen Schaft oder gar nichts kaufst, entscheidest du. Die Messung ist auch dann vollständig, wenn das Ergebnis heißt: Der Schaft, den du spielst, ist schon der richtige.

Der Schaft im Putter ist keine Nebensache. Er war bisher nur schwer zu vergleichen. Zehn identische Köpfe lösen das Problem – und machen sichtbar, was vorher Gefühlssache blieb.

Putt-Studio Frankfurt

Zehn Schäfte, ein Nachmittag.

Putter-Fitting 120 € · 60 Minuten. Schaft-Fitting als Zusatz: 30 Minuten, 60 €.

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